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Stiftung für Stille Erkrankungen

Unsere Projekte

Stille Erkrankungen werden häufig erst erkannt, wenn sie das Leben bereits erheblich beeinträchtigen. Die Stiftung für Stille Erkrankungen möchte dort ansetzen, wo Risiken noch übersehen werden. Unsere Projekte verbinden Aufklärung, wissenschaftliche Erkenntnisse und digitale Technologien. Dabei konzentrieren wir uns zunächst auf drei Bereiche, in denen Früherkennung einen besonderen Unterschied machen kann.
Eine Hand mit Armband liegt auf hellen Holzleisten auf einer Werkbank mit technischen Zeichnungen und einer Schraubzwinge.

Psychische Gesundheit

von Männern

Psychische Erkrankungen können jeden Menschen treffen. Bei Männern besteht jedoch eine besondere Herausforderung: Seelische Belastungen werden häufig anders wahrgenommen, anders kommuniziert oder lange nicht als behandlungsbedürftiges Problem erkannt. Erschöpfung, Schlafprobleme, Reizbarkeit, sozialer Rückzug, zunehmender Alkoholkonsum oder ein Verlust von Interesse und Leistungsfähigkeit können Hinweise auf eine psychische Belastung sein. Nicht immer werden diese Veränderungen von Betroffenen selbst mit Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung in Verbindung gebracht. Unser Ziel: Männer früher erreichen – bevor aus einer Belastung eine schwere Krise wird. Die Stiftung entwickelt und unterstützt deshalb niedrigschwellige Angebote zur Information, Sensibilisierung und Früherkennung psychischer Belastungen bei Männern.
  • verständliche und speziell auf Männer zugeschnittene Gesundheitsinformationen,
  • wissenschaftlich fundierte digitale Selbstchecks zur ersten Orientierung,
  • neue digitale Ansätze, um Veränderungen des psychischen Befindens frühzeitig wahrnehmbar zu machen.
Früher erkennen. Früher handeln. Digitale Angebote können ärztliche Diagnostik nicht ersetzen. Sie können aber einen wichtigen ersten Impuls geben: „Vielleicht sollte ich genauer hinschauen und mir Unterstützung holen.“ Die Stiftung möchte dazu beitragen, dass psychische Gesundheit für Männer ein selbstverständlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge wird.

Osteoporose Knochen werden leise schwächer

Osteoporose ist ein besonders typisches Beispiel für eine stille Erkrankung. Der Verlust an Knochenstabilität verursacht zunächst häufig keine Beschwerden. Nicht selten wird die Erkrankung deshalb erst nach einem Knochenbruch erkannt.
Dabei entstehen im Gesundheitswesen jeden Tag medizinische Daten und Bilder, die möglicherweise zusätzliche Hinweise auf ein erhöhtes Osteoporoserisiko enthalten. Unser Ziel: Bereits vorhandene medizinische Informationen besser für die Früherkennung von Osteoporose nutzen.
Die Stiftung beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Risikopatientinnen und Risikopatienten frühzeitig identifizieren und gezielt auf eine mögliche weitere Abklärung hinweisen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitalen und KI-gestützten Verfahren in der medizinischen Bildgebung. Röntgen-, CT- oder andere Untersuchungen werden häufig aus völlig anderen medizinischen Gründen durchgeführt. Moderne Bildanalyse könnte zukünftig helfen, zusätzliche Hinweise auf eine verminderte Knochenqualität zu erkennen.
Vorhandene Daten ein zweites Mal für Gesundheit nutzen
Die Vision ist eine Art opportunistische Früherkennung: Eine bereits medizinisch notwendige Untersuchung liefert neben ihrer ursprünglichen Fragestellung möglicherweise einen zusätzlichen Hinweis auf ein bislang unbekanntes Risiko. Die Stiftung möchte wissenschaftliche Projekte, technische Entwicklungen und Kooperationen unterstützen, die solche Ansätze untersuchen und verantwortungsvoll in die medizinische Versorgung übertragen.
Dekoratives Bild

Digitales Patient Onboarding

Vor einer medizinischen Untersuchung müssen zahlreiche Informationen zusammengetragen werden: Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Implantate, Allergien, Voruntersuchungen oder besondere Risikofaktoren. In der Realität bleibt dafür häufig wenig Zeit. Fragebögen sind kompliziert, wichtige Angaben fehlen und medizinisch relevante Informationen werden manchmal erst während der Untersuchung entdeckt. Wir möchten untersuchen, wie intelligentes digitales Patient Onboarding diesen Prozess verbessern kann. Unser Ziel: Patientinnen und Patienten verständlich durch die medizinische Anamnese führen und gleichzeitig relevante Risiken frühzeitig sichtbar machen. Statt eines langen statischen Fragebogens kann ein digitales System Schritt für Schritt nur diejenigen Fragen stellen, die aufgrund vorheriger Antworten tatsächlich relevant sind. Beispielsweise kann eine Antwort automatisch zu vertiefenden Fragen führen: Rückenschmerzen Dauer Alter frühere Frakturen Osteoporoserisiko oder Schlafstörungen Erschöpfung Interessenverlust psychische Belastung Hinweis auf weitere Abklärung
Aus Anamnese wird Prävention Damit wird Patient Onboarding mehr als reine Administration. Es kann zu einem zusätzlichen Zugang zur Früherkennung werden. Perspektivisch sollen solche Systeme medizinische Einrichtungen dabei unterstützen, relevante Informationen strukturiert zu erfassen, Risiken nicht zu übersehen und Patientinnen und Patienten gezielter durch ihre Versorgung zu führen. Dabei stehen Datenschutz, Datensparsamkeit, medizinische Evidenz und die klare Trennung zwischen digitaler Orientierung und ärztlicher Diagnose im Mittelpunkt.

Drei Projekte – ein gemeinsames Prinzip

Erkennen, was leicht übersehen wird.
Ob psychische Belastung, schleichender Knochenabbau oder eine bislang unbeachtete Information in der Patientenanamnese: Unsere drei Projekte verfolgen dasselbe Ziel.
Wir möchten vorhandene Informationen, wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Technologien nutzen, um gesundheitliche Risiken früher sichtbar zu machen.
Die Stiftung versteht sich dabei als Impulsgeber und Förderer. Wir möchten Medizin, Wissenschaft, Technologie und Betroffene zusammenbringen und Projekte dort anstoßen, wo bestehende Versorgungsstrukturen noch Lücken aufweisen.